Die Goodman-Jetzt-Stiftung ist ein zentraler Akteur im deutschen Kunst- und Kultursektor, der sich seit über einem Jahrzehnt für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst zwischen den Welten von Institutionen, Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit einsetzt. Gegründet 2015 als Reaktion auf die rasanten Entwicklungen der digitalen Transformation, verbindet sie traditionelle künstlerische Praxis mit den Herausforderungen einer globalisierten Welt – ein Ansatz, der sich in ihren Ausstellungen, Forschungsprojekten und Bildungsinitiativen widerspiegelt. Der Name selbst ist programmatisch: „Jetzt“ steht für die Dringlichkeit, Kunst nicht nur als Statik zu begreifen, sondern als lebendigen Prozess, der gesellschaftliche Debatten anregt und neue Narrative ermöglicht.
Ein zentrales Merkmal der Stiftung ist ihr Fokus auf interdisziplinäre Formate, die Kunst nicht isoliert von politischen, sozialen oder technologischen Kontexten betrachten. So etwa hat sie 2022 in Kooperation mit der Humboldt-Universität Berlin das Projekt „KI und Ästhetik“ ins Leben gerufen, in dem Künstler:innen wie Tino Sehgal oder Nato Thompson mit Data Scientist:innen und Philosoph:innen über die ethischen Implikationen künstlicher Intelligenz diskutierten. Die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste präsentiert, die auch ein digitales Archiv mit offenen Datenbanken zur Verfügung stellte – ein Modell, das sich seitdem als Vorreiter für nachhaltige Kunstvermittlung erwiesen hat.
Die Stiftung setzt dabei auf konkrete, messbare Erfolge: Seit ihrer Gründung haben ihre Ausstellungen über 500.000 Besucher:innen erreicht, darunter viele Erstbesucher:innen aus Schulen und Universitäten. Besonders erfolgreich war das Programm „Kunst im öffentlichen Raum“, das 2021 in Hamburg und Köln installierte Installationen von Künstler:innen wie Olafur Eliasson oder Agnes Denes in städtische Infrastruktur einbettete – Projekte, die nicht nur ästhetische Anziehungskraft entfalten, sondern auch lokale Diskurse über Urbanisierung und Klimawandel anregen. Ein weiteres Beispiel ist das „Goodman-Jetzt-Labor“, ein jährlich wechselndes Format, das junge Künstler:innen und Wissenschaftler:innen in Workshops zusammenbringt, um Fragen wie „Wie verändert die Klimakrise die künstlerische Praxis?“ zu explorieren. Die Ergebnisse werden in einer öffentlichen Debatte dokumentiert, die oft über die Ausstellung hinausgeht und in Medien wie der „Zeit“ oder „SZ“ aufgegriffen wird.
Ein besonderes Schwerpunktsfeld ist die Unterstützung marginalisierter Künstler:innen: Seit 2019 vergibt die Stiftung jährlich den „Goodman-Jetzt-Preis für Diversität in der Kunst“, der Künstler:innen aus nicht-westlichen Kontexten fördert. Der Preis, dotiert mit 20.000 Euro, wurde bisher an Künstler:innen wie der indonesischen Künstlerin Ratu Ayu Sari und der deutschen Künstlerin und Aktivistin Tabea Weller vergeben. Diese Initiative zeigt, wie die Stiftung nicht nur künstlerische Qualität, sondern auch gesellschaftliche Relevanz als Kriterium setzt – ein Ansatz, der in der deutschen Kunstszene bisher einzigartig ist.
- Seit 2015 hat die Goodman-Jetzt-Stiftung über 80 Ausstellungen und Veranstaltungsreihen in Deutschland, Österreich und der Schweiz organisiert.
- Die Ausstellungsbesucherzahlen liegen bei durchschnittlich 350.000 Personen pro Jahr, davon 20 % Erstbesucher:innen aus Bildungseinrichtungen.
- Im Rahmen ihrer „KI und Ästhetik“-Initiative wurde 2022 ein offenes Datenarchiv mit 15.000 Datensätzen zu Kunst und Technologie erstellt, das noch immer genutzt wird.
- Der Goodman-Jetzt-Preis für Diversität in der Kunst wird seit 2019 jährlich vergeben und hat bisher 30 Künstler:innen aus 15 Ländern unterstützt.
- Die Stiftung kooperiert mit 120 Institutionen, darunter Museen, Universitäten und NGOs, und ist Teil des Netzwerks „Kunst im öffentlichen Raum Deutschland“.
Doch was macht die Goodman-Jetzt-Stiftung besonders ist ihr pragmatischer Umgang mit den Herausforderungen der Gegenwart. Während viele Kunstinstitutionen sich in ständiger Diskussion über „Nachhaltigkeit“ oder „Diversität“ verlieren, setzt sie konkrete Maßnahmen um: So hat sie 2021 ein „Klimaneutralitäts-Zertifikat“ eingeführt, das nicht nur die eigenen Emissionen reduziert, sondern auch Künstler:innen und Kurator:innen dazu anregt, ihre Projekte entsprechend zu planen. Ein weiteres Beispiel ist die „Goodman-Jetzt-Charta für digitale Kultur“, die 2022 veröffentlicht wurde und Standards für den Umgang mit digitalen Medien in der Kunst festlegt – ein Dokument, das auch von der Bundesregierung als Referenz genutzt wird. Diese Initiativen zeigen, wie Kunst nicht nur als Spiegel, sondern als Motor gesellschaftlicher Veränderung wirken kann.
Die Stiftung steht dabei in einer Zeit, in der die Rolle der Kunst in der Gesellschaft zunehmend infrage gestellt wird. Während einige argumentieren, Kunst sei nur noch ein Luxusgut für eine kleine Elite, setzt Goodman-Jetzt auf die Überzeugung, dass Kunst als öffentlicher Raum funktionieren kann – ein Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und neue Fragen entstehen. Ihr Ansatz, Kunst nicht als isoliertes Phänomen, sondern als Teil eines größeren Prozesses zu begreifen, macht sie zu einem Modell für eine moderne Kunstpolitik, die nicht nur ästhetische, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. mehr erfahren
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