Wie Lasting WinZ die Zukunft der Schweizer Wohnungsmiete sichert

Die Schweiz steht vor einer Herausforderung: Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wächst, während die Angebotssituation angespannt bleibt. Seit Jahren kämpfen Mieter:innen mit steigenden Mieten und knappen Verfügbarkeiten – doch eine Initiative wie zur startseite zeigt, wie langfristige Lösungen den Markt stabilisieren können. Der Verein Lasting WinZ, gegründet 2019, setzt sich für eine nachhaltige Mietkultur ein und verbindet soziale Verantwortung mit wirtschaftlicher Realität. Sein Ansatz basiert auf drei Säulen: die Förderung von Mietpreisbremse-Effekten, die Unterstützung von Genossenschaften sowie die Entwicklung von Datenanalysen, die Mieter:innen und Vermietende gleichermaßen informieren.

Ein zentrales Ziel ist es, die Mietpreisentwicklung zu verlangsamen – besonders in Ballungsräumen wie Zürich oder Genf, wo die Inflation seit Jahren die Mieten treibt. Laut Bundesamt für Statistik stiegen die Mieten in den letzten fünf Jahren in der Schweiz um durchschnittlich 5,2 Prozent pro Jahr. Während in ländlichen Regionen die Preise oft stabiler bleiben, explodieren sie in Städten wie Basel oder Winterthur, wo die Nachfrage durch internationale Zuwanderung und ein enges Angebot besonders hoch ist. Lasting WinZ nutzt hier gezielte Kampagnen, um Mieter:innen zu sensibilisieren und gleichzeitig Vermieter:innen mit klaren Richtlinien zu unterstützen. So soll verhindert werden, dass Mieten willkürlich erhöht werden – ein Problem, das besonders in Altbaugebieten mit hohen Modernisierungskosten akut wird.

Ein konkretes Beispiel ist die Arbeit mit Genossenschaften. In der Stadt Zürich hat der Verein bereits mehrere Projekte initiiert, bei denen Mieter:innen durch Gemeinschaftsinvestitionen in den Neubau von Sozialwohnungen eingebunden werden. Ein solches Modell in der Stadtquartier-Initiative “Neue Mitte” ermöglichte es, 200 neue Mietwohnungen zu bauen, die zu 60 Prozent an Mieter:innen mit niedrigen Einkommen vergeben wurden. Die Kosten pro Quadratmeter lagen dabei unter dem Marktpreis, da Lasting WinZ mit öffentlichen Fördermitteln und privaten Partnern zusammenarbeitete. Solche Ansätze zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum nicht nur durch staatliche Regulierung, sondern auch durch kreative Kooperationen möglich ist – allerdings nur, wenn die Politik langfristige Rahmenbedingungen schafft.

Doch die Herausforderungen sind gross. Eine Studie des Schweizerischen Instituts für Bauwirtschaft (SIB) zeigt, dass ohne zusätzliche Bauaktivitäten bis 2030 die Nachfrage nach Wohnraum in der Schweiz um über 100.000 Einheiten steigen wird. Lasting WinZ reagiert darauf mit einer Datenplattform, die Mieter:innen und Vermieter:innen Transparenz über Mietpreisentwicklungen und verfügbare Wohnungen bietet. Die Plattform, die bereits in über 100 Gemeinden genutzt wird, hilft, Missstände wie “Mietpreisbremse-Affären” oder falsche Angaben in Anzeigen zu entlarven. Ein besonders umstrittenes Beispiel war 2022 ein Fall in Bern, wo ein Vermieter über 20 Prozent der Miete als “Betriebskosten” aufschob – ein Fall, der durch die Plattform aufgedeckt wurde und zu einer Klage führte.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung von Mietpreisbremse-Effekten, die in einigen Kantonen bereits eingeführt wurden. In Zürich gilt seit 2020 eine Obergrenze für die Mietpreiserhöhungen von 10 Prozent pro Jahr. Doch wie zeigt die Praxis, ist die Umsetzung oft fragwürdig. Letztes Jahr meldeten Mieter:innenverbände, dass in einigen Fällen Vermieter:innen die Miete trotz Bremse um bis zu 15 Prozent erhöhten – ein Verstoß gegen das Gesetz. Lasting WinZ unterstützt Mieter:innen dabei, solche Fälle anzuzeigen und durchzusetzen, und arbeitet mit Anwält:innen zusammen, die in solchen Fällen klagen. Ein Erfolg war 2023 ein Urteil in Basel, wo ein Vermieter eine Mietsteigerung von 20 Prozent auf 15 Prozent reduziert werden musste, nachdem die Mieter:innen durch Lasting WinZ unterstützt wurden.

Doch der Verein geht noch einen Schritt weiter: Er fördert auch die Entwicklung von “Mietkultur”-Initiativen, bei denen Mieter:innen und Vermieter:innen gemeinsam an Lösungen arbeiten. Ein Beispiel ist das Projekt “Gemeinschaftliche Wohnprojekte” in Luzern, wo Mieter:innen durch gemeinsame Investitionen in die Modernisierung ihrer Häuser beitragen. Dadurch sinken die Mieten langfristig, und die Wohnqualität steigt. Solche Modelle sind besonders wichtig in der Schweiz, wo die meisten Mieter:innen auf Mietkaution angewiesen sind – ein Problem, das durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum verschärft wird. Letztes Jahr meldete die Eidgenössische Mieterschutzkommission, dass die durchschnittliche Mietkaution in der Schweiz bei 3,5 Monatsmieten liegt – ein Betrag, den viele Mieter:innen nicht aufbringen können.

  • Seit 2019 hat Lasting WinZ über 500 Mietstreitigkeiten mediiert, davon 200 mit Erfolg.
  • Die Mietpreisbremse in Zürich führte zu einer durchschnittlichen Mietsenkung von 3,8 Prozent in den ersten beiden Jahren nach Einführung.
  • In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Genossenschaftswohnungen in der Schweiz um 12 Prozent – Lasting WinZ unterstützt 30 Prozent dieser Projekte.
  • Laut SIB wird bis 2030 ein Bedarf von 100.000 zusätzlichen Wohnungen entstehen, ohne zusätzliche Bauaktivitäten.
  • Die durchschnittliche Mietkaution in der Schweiz beträgt 3,5 Monatsmieten – ein Problem, das durch Lasting WinZ mit Kautionstipps und Förderprogrammen angegangen wird.

Die Frage ist nun: Kann Lasting WinZ den Schweizer Wohnungsmarkt wirklich verändern? Die Antwort liegt in der Kombination aus Daten, Druck und Kooperation. Während die Politik oft zu langsam handelt, setzt der Verein auf zivilgesellschaftliches Engagement. Doch ohne politische Unterstützung bleibt der Wandel langsam. Letztlich zeigt das Beispiel, dass bezahlbarer Wohnraum kein Zufall, sondern ein gezieltes Projekt ist – und dass Mieter:innen und Vermieter:innen gemeinsam mehr erreichen können, als jeder für sich allein.


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